Internationale Fachkräfte erfolgreich gewinnen und integrieren: Einblicke aus der Praxis

von Unternehmen Berufsanerkennung
3 Minuten Lesezeit · 01.10.2026
5 Fragen an Katharina Leopold und Elisabeth Hochhalter aus dem Personalmanagement und -recruiting der Elektro Kreutzpointner GmbH
1) Wann und aus welchen Gründen haben Sie begonnen, Fachkräfte auch im Ausland zu gewinnen? Gab es einen konkreten Auslöser oder eher eine schrittweise Entwicklung?
Die Entscheidung, Fachkräfte auch im Ausland zu gewinnen, ist bei uns nicht von heute auf morgen entstanden. Vielmehr war es eine strategische Weiterentwicklung, die sich aus unserer täglichen Praxis ergeben hat. Insbesondere vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräftemangels im elektrotechnischen Bereich.
Wir haben in den vergangenen Jahren deutlich gespürt, dass es immer schwerer wird, qualifizierte Fachkräfte zu finden und deshalb war für uns klar: Wenn wir auch in Zukunft unsere Projekte zuverlässig umsetzen und als Unternehmen erfolgreich bleiben wollen, müssen wir neue Wege gehen. Die internationale Rekrutierung war für uns genau dieser Schritt. Nicht als kurzfristige Lösung, sondern als bewusste Entscheidung, unseren Blick zu erweitern und dem Fachkräftemangel aktiv und nachhaltig zu begegnen.
2) Welche Rekrutierungswege haben sich für Sie besonders bewährt?
Besonders bewährt hat sich für uns die Zusammenarbeit mit erfahrenen Partnern wie dem Projekt Unternehmen Berufsanerkennung. Gerade dieses Zusammenspiel aus lokaler Expertise und enger Begleitung entlang des gesamten Rekrutierungsprozesses ist aus unserer Sicht ein zentraler Erfolgsfaktor.
Recruiting ist heute deutlich aktiver geworden. Es reicht längst nicht mehr aus, Stellen auszuschreiben und auf eingehende Bewerbungen zu warten. Entscheidend sind vielmehr der direkte Kontakt und ein wertschätzender Umgang, um passende Fachkräfte, sowohl national als auch international zu gewinnen.
Erfolgreiche internationale Rekrutierung entsteht nicht zufällig, sondern durch strukturierte Prozesse, starke Partnerschaften und ein gemeinsames Verständnis für das Ziel. Unsere Erfahrung zeigt dabei ganz klar: Internationale Rekrutierung ist immer Teamarbeit, über Ländergrenzen hinweg.
3) Welchen Stellenwert hat die Auslandsrekrutierung heute in Ihrer Personalgewinnung und wie schätzen Sie die zukünftige Entwicklung ein?
Die Auslandsrekrutierung hat für uns in den vergangenen Jahren einen wichtigen Stellenwert eingenommen. Heute liegt unser Schwerpunkt insbesondere auf der Integration und langfristigen Bindung jedes einzelnen Mitarbeitenden. Internationale Rekrutierung findet weiterhin statt, jedoch gezielt und in einzelnen Fällen.
Das Thema Auslandsrekrutierung sehen wir als strategische Option für die Zukunft. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung sowie des anhaltenden Fachkräftemangels wird es für viele Unternehmen zunehmend wichtiger, auch international zu rekrutieren.
4) Welche Tools oder Prozesse unterstützen aus Ihrer Sicht das Ankommen neuer Mitarbeitenden in Deutschland? Wie gestalten Sie beispielsweise Onboarding, Sprachförderung oder die Unterstützung bei der Wohnungssuche?
Der wichtigste Bestandteil ist ein strukturierter Onboarding-Prozess, der den neuen Mitarbeitenden Orientierung gibt und sie Schritt für Schritt in ihr neues Arbeitsumfeld begleitet. Dabei legen wir sehr großen Wert auf eine gute und nachhaltige Integration.
Wir begleiten im Rahmen unserer Möglichkeiten auch organisatorische Themen, die mit einem Neustart in einem neuen Land verbunden sind. Sei es die Wohnungssuche, Behördengänge oder die praktischen Fragen des täglichen Lebens.
Ein großes Thema ist natürlich die Sprache. Auch hier setzen wir auf gezielte Sprachförderung und unterstützen die Mitarbeitenden dabei, sich im Arbeitsalltag und darüber hinaus sicherer zu fühlen.
Am Ende sind es nicht einzelne Maßnahmen oder Tools, sondern das Zusammenspiel aus Struktur, Empathie und Wertschätzung, das Integration erfolgreich macht!
5) Welche Empfehlungen würden Sie anderen Unternehmen mitgeben, die überlegen, Fachkräfte aus dem Ausland zu gewinnen?
Zunächst ist es wichtig, sich dem Thema mit Klarheit zu nähern und es bewusst durchzudenken. Internationale Rekrutierung muss kein Großprojekt sein. Wir empfehlen, klein zu starten und erste Erfahrungen zu sammeln.
Eine große Rolle spielt aus unserer Sicht die Empathie und Offenheit gegenüber anderen Kulturen. Es gibt hierzu auch zahlreiche Möglichkeiten, in Form von Literatur oder Erfahrungsberichten sich mit kulturellen Unterschieden auseinanderzusetzen und ein besseres Verständnis für andere Denk- und Arbeitsweisen zu entwickeln.
Im Großen und Ganzen jedoch: Einfach anfangen, aber mit klarem Plan. Perfekte Voraussetzungen gibt es selten, aber wer erste Erfahrungen sammelt, lernt schnell dazu und kann darauf aufbauen.