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Mitarbeiterbindung und Fachkräftesicherung durch das Validierungsverfahren von ValiKom

Geschäftsführer Jörg Lindemann und Mitarbeiter Luciano Granato

Jörg Lindemann führt einen Betrieb im Fliesenlegerhandwerk mit drei Mitarbeitern. Seit einem Jahr ist Luciano Granato Teil des Teams. Der Unternehmer ist froh, mit Herrn Granato einen zuverlässigen und erfahrenen Mitarbeiter gefunden zu haben. Der gebürtige Italiener hat bereits viele Jahre im Fliesenlegerhandwerk in Italien gearbeitet, bevor ihn die schlechten Jobperspektiven motivierten, mit seiner Familie nach Deutschland auszuwandern. Obwohl er über keinen in Deutschland anerkannten Berufsabschluss verfügt, hat Herr Lindemann ihm eine Chance gegeben und ihn eingestellt.

Dieses Beispiel zeigt, dass gerade für kleine Unternehmen Personen ohne Berufsabschluss, aber mit Berufserfahrung, oder Quereinsteiger/innen eine interessante Zielgruppe zur Fachkräftesicherung sein können. Dennoch ist Jörg Lindemann sich dessen bewusst, dass nicht jeder Arbeitgeber offen dafür ist, Personen ohne in Deutschland anerkannten Berufsabschluss einzustellen. Er möchte seinem Mitarbeiter jedoch eine langfristige Perspektive auf dem deutschen Arbeitsmarkt eröffnen, falls sein Unternehmen in wirtschaftliche Probleme geraten sollte und Luciano Granato sich anderweitig bewerben muss. Aus diesem Grund wollte er Herrn Granato etwas an die Hand geben, was sein Können bestätigt und über ein Arbeitszeugnis hinaus geht.

Durch ein Rundschreiben der Handwerkskammer Hannover wurde Jörg Lindemann auf das Projekt »ValiKom« aufmerksam und hat seinem Mitarbeiter die Teilnahme ermöglicht. Im BMBF-geförderten Projekt wurde ein Validierungsverfahren für die Zertifizierung beruflicher Kompetenzen entwickelt, welches aktuell praktisch erprobt wird. Durch handlungsorientierte Aufgaben stellen Berufsexperten fest, inwieweit eine Person über berufliche Kompetenzen in einem bestimmten Beruf verfügt. Am Ende des Verfahrens wird den Teilnehmenden eine volle bzw. teilweise Gleichwertigkeit mit einem Berufsabschluss bescheinigt, ähnlich wie es auch im Bescheid über die Anerkennung einer im Ausland erworbenen Berufsqualifikation gemacht wird.

Auf der Fachtagung »Können« sichtbar machen – Berufliche Kompetenzen validieren wurde das Verfahren erstmalig der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt. Bei der Veranstaltung feierte der gleichnamige Kurzfilm seine Premiere. Dieser zeigt anhand von Jörg Lindemann und Luciano Granato sowie einer weiteren Teilnehmerin den Ablauf des Verfahrens. Den Film gibt es in einer Kurz- und einer Langversion, die hier abrufbar sind.

Validierungsverfahren? Was ist das?

In dem im Projekt ValiKom entwickelten Validierungsverfahren lassen die acht projektbeteiligten Handwerkskammern sowie Industrie- und Handelskammern sogenannte non-formal und informell erworbene Kompetenzen durch Berufsexperten bewerten und stellen ein offizielles Zertifikat über die Ergebnisse aus.

Teilnehmen können Personen, die mindestens 25 Jahre alt sind und über Berufserfahrung verfügen, hierfür aber keinen Berufsabschluss vorweisen können. Die Berufserfahrung kann sowohl im In- als auch im Ausland erworben worden sein.

Eine Teilnahme am Verfahren ist während der Erprobungsphase des Projekts kostenlos möglich. Diese Kammern bieten derzeit Validierungsverfahren in ausgewählten Berufen an:

  • Handwerkskammer Dresden
  • Handwerkskammer Hannover
  • Handwerkskammer für München und Oberbayern
  • Handwerkskammer Münster
  • Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau
  • Industrie- und Handelskammer zu Köln
  • Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern
  • Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart

Falls Sie selbst oder Mitarbeitende Interesse an einer Teilnahme haben, nehmen Sie bitte Kontakt mit der entsprechenden Ansprechpartnerin der Kammern auf.

Weitere Informationen zum Verfahren und dem Projekt »ValiKom« erhalten Sie hier: www.validierungsverfahren.de


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