Was ist was?

Die wichtigsten Begriffe im Kontext der beruflichen Anerkennung erläutert das Glossar "Anerkennung in Deutschland".

Wer hilft wie?

Anerkennung in Deutschland ist ein Online-Ratgeber für Anerkennungssuchende.

Das BQ-Portal informiert Unternehmen zu ausländischen Berufsqualifikationen.

Das IQ-Netzwerk berät Anerkennungssuchende vor Ort.

Wie funktioniert Berufsanerkennung?

Berufliche Anerkennung lohnt sich auch in unreglementierten Berufen: Fotograf bei der Arbeit

Welche Berufe können anerkannt werden?

Das „Anerkennungsgesetz“ gilt sowohl für so genannte nicht-reglementierte als auch für bestimmte reglementiert Berufe. Um nicht-reglementierte Berufe auszuüben, ist die Anerkennung keine Pflicht. Wenn ein Unternehmen zum Beispiel eine Person als Facharbeiter/in oder Gesellin/Geselle beschäftigen will, muss diese Person nicht zwingend über einen Anerkennungsbescheid verfügen. Anders ist die Situation bei den reglementierten Berufen: Hier ist die Anerkennung Voraussetzung dafür, in dem Beruf arbeiten und die Berufsbezeichnung führen zu können (zum Beispiel  Ärzte/in, Erzieher/in, Apotheker/in).

Die allermeisten der rund 330 Ausbildungsberufe im dualen Berufsausbildungssystem zählen zu den nicht-reglementierten Berufen (zum Beispiel Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Tischler/in, Elektroniker/in).

Nun fragen Sie sich vielleicht, wozu sollte ein Betrieb dann eine Anerkennung anstreben? Weil es eine Investition in seine Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit ist.

Wer führt eine Berufsanerkennung durch?

Als erste Ansprechpartnerin steht den Anerkennungssuchenden (wie auch den unterstützenden Unternehmen) ihre jeweilige Kammer vor Ort zur Verfügung. Die dortigen Mitarbeiter/innen informieren über Ablauf, Dauer und Kosten des Verfahrens sowie über Fördermöglichkeiten. Außerdem helfen sie Unternehmen, für ihre Beschäftigten oder Bewerber/innen mit ausländischem Berufsabschluss den passenden deutschen Referenzberuf zu finden.

Auch die Durchführung der Gleichwertigkeitsprüfung obliegt den Kammern. Je nach Kammerbereich ist sie jedoch unterschiedlich organisiert. So wird sie im Industrie- und Handelskammerbereich größtenteils zentral bei der IHK FOSA in Nürnberg durchgeführt. Im Handwerk ist die Anerkennung dagegen dezentral organisiert, das heißt, jede Handwerkskammer in Deutschland nimmt Anerkennungsanträge entgegen und entscheidet auch darüber. 

Hier erfahren Sie, wer für Sie jeweils zuständig ist.

Ein Mann fertigt keine technische Zeitung an

Wie läuft eine Berufsanerkennung ab?

Im ersten Schritt können Anerkennungssuchende mit ihrer Kammer klären, mit welchem deutschen Referenzberuf die Vergleichsprüfung sinnvoll ist.

Bei dieser Einstiegsberatung können Unternehmen ihre Mitarbeiter/innen gerne begleiten und anschließend dabei unterstützen, die Nachweise zusammenzutragen und an die zuständige Stelle zu senden. Welche Dokumente erforderlich sind, erfahren Sie hier – und für den Fall, dass etwas fehlt: Es gibt eine Lösung: die Qualifikationsanalyse.

Die zuständige Stelle prüft die Unterlagen dann auf Basis der aktuellem Aus- bzw. Fortbildungsverordnung. Abschließend erhält die/der Antragsteller/in den Bescheid per Post.

Eine anschauliche Prozessgrafik zum Ablauf des Verfahrens finden Sie hier.

Wie viel kostet die Berufsanerkennung?

Die Gleichwertigkeitsprüfung ausländischer Berufsqualifikationen ist gebührenpflichtig. Die konkrete Höhe der Antragsgebühren liegt je nach dem Aufwand zwischen 100 und 600 Euro

Oftmals kommen weitere Kosten hinzu, etwa für die Beschaffung von Unterlagen aus dem Ausland, für Korrespondenz, Porto und Kopien, Beglaubigungen und Übersetzungen. Darüber hinaus können bei einer „teilweisen Gleichwertigkeit“ Kosten für eine Anpassungsqualifizierung anfallen, um die „volle Gleichwertigkeit“ zu erhalten.

Erhält die/der Antragsteller/in Arbeitslosengeld I und II übernehmen in bestimmten Fällen die Agenturen für Arbeit beziehungsweise die Jobcenter die Kosten. Das ist vor allem davon abhängig, ob eine Anerkennung des ausländischen Bildungsabschlusses für die Eingliederung in den Arbeitsmarkt erforderlich ist.

Weitere Informationen zur Kostenübernahme finden Sie hier. 

Eine Hand greift eine Petrischale

Wie lange dauert eine Berufsanerkennung?

Wenn alles nach Plan läuft, ist das Anerkennungsverfahren innerhalb von drei Monaten nach Einreichung der kompletten Antragsunterlagen abgeschlossen. Das Wörtchen „komplett“ ist hier wichtig. Denn erst, wenn alle erforderlichen Unterlagen vorliegen, beginnt die Frist. In besonders „kniffligen“ Fällen kann sie einmalig verlängert werden.

Manchmal dauert das Verfahren auch dann länger, wenn die Kammern noch weitergehende Informationen über Inhalt und Dauer der ausländischen Berufsbildung anfordern müssen oder eine Qualifikationsanalyse durchgeführt werden muss.

Wie sieht das Ergebnis aus und was macht man damit?

Im besten Falle wird den Anerkennungssuchenden eine volle Gleichwertigkeit ihrer Berufsqualifikationen mit der deutschen Referenzqualifikation – im Hinblick auf die wesentlichen Inhalte – bescheinigt.

Bei einer teilweisen Gleichwertigkeit bestehen in bestimmten Bereichen wesentliche Unterschiede zwischen den Berufsqualifikationen der Anerkennungssuchenden und den deutschen Referenzqualifikationen. Der Bescheid weist die Lücken detailliert aus, so dass sie gezielt geschlossen werden können.

Keine Gleichwertigkeit wird so gut wie nie beschieden, denn bevor eine Anerkennung durchgeführt wird, erhalten Antragsteller/innen eine ausführliche Beratung. Hier zeigt sich sehr schnell, ob ein Antrag auf Anerkennung sinnvoll ist.