„Wichtig ist es, Motiv und Ziel des Antragstellers zu identifizieren“ – Einblicke in die HWK Südwestfalen

Manchmal stellt sich heraus, dass andere Wege schneller oder einfacher zum Ziel führen als die berufliche Anerkennung – aber nicht immer.

Die Handwerkskammer Südwestfalen ist mit 12.000 Mitgliedsbetrieben eine kleinere Handwerkskammer, die einen großen mittelständisch geprägten Bezirk betreut. Bislang wurden durchschnittlich pro Jahr 30 bis 40 Personen zu Anerkennungsfragen beraten und 15 bis 20 Anerkennungsverfahren durchgeführt. Schwerpunkte seien Anerkennungen italienischer Abschlüsse in den Berufen Augenoptiker und Zahntechniker, berichtet die zuständige Juristin Dagmar Stümpel-Müller.

„Einem ausländischen Beruf entsprechen in Deutschland manchmal mehrere Berufe. Dann muss als Referenzberuf identifiziert werden, was am ehesten auf das berufliche Profil zutrifft.“ Zudem sei die Abgrenzung von Handwerksberufen zu denen in IHK-Zuständigkeit oftmals nicht leicht. Auch müsse sie berücksichtigen, welches Ziel ein/e Antragsteller/in mit dem Wunsch der Anerkennung verfolge. „Wir wollen den Antragstellern helfen, sich hier beruflich zu etablieren. Deshalb schaue ich auch, was am ehesten auf das berufliche Profil zutrifft und wo die Chancen einer Anerkennung am höchsten sind. Manchmal stellt sich dabei heraus, dass andere Wege schneller oder einfacher zum Ziel führen“, weiß Frau Stümpel-Müller zu berichten – aber nicht immer.

Eine ihrer Erfolgsgeschichten handelt von einem Stuckateur, der bereits zehn Jahre im deutschen Handwerk selbstständig tätig war und nun seinen Betrieb ohne angestellten Betriebsleiter führen wollte. „Hierfür wurde eine Qualifikationsanalyse durchgeführt. Das Projekt des Handwerkers gefiel dem Sachverständigen so gut, dass es anschließend als Anschauungsobjekt für die Meisterkurse im Berufsbildungszentrum nutzte.“

Anfragen von Betrieben kommen in der HWK Südwestfalen noch eher selten vor. Eine Ausnahme war ein Arbeitgeber mit einem Beschäftigten, der in den Niederlanden eine Art Meisterqualifikation erworben hatte. Der Betrieb unterstützte ihn tatkräftig, so dass dieser im Rahmen einer Anpassungsqualifizierung die Lücken schließen und die Position des technischen Betriebsleiters übernehmen konnte.

Ansprechpartnerin für das Thema Anerkennung ist:
Ass. jur. Dagmar Stümpel-Müller
Brückenplatz 1
59821 Arnsberg

Telefon: 02931 – 877 133
E-Mail: dagmar.stuempel-mueller(at)hwk-swf.de