Vom Flüchtling zur Fachkraft: BMAS setzt Vorrangprüfung aus

Erhebliche Erleichterung für den Arbeitsmarktzugang von Geflüchteten:  Per Verordnung hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) 133 von insgesamt 156 Agenturbezirken der Bundesagentur für Arbeit wird die Vorrangprüfung bei der Beschäftigung von Asylbewerbern und Geduldeten für die Dauer von drei Jahren ausgesetzt. Bisher durften Asylbewerber und Geduldete nur dann einen Job annehmen, wenn dafür kein einheimischer Arbeitssuchender in Frage kam.

Die Verordnung erlaubt es Unternehmerinnen und Unternehmern somit, verstärkt auf geflüchtete Fachkräfte zurückzugreifen – mit großem Potenzial: Nach Statistiken des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge haben allein rund ein Viertel aller Geflüchteten aus Syrien vor ihrer Flucht in technischen-, medizinischen, Ingenieurs-, Lehr- und Verwaltungsberufen gearbeitet.

Besonders effektiv lässt sich das Fachkräftepotenzial der Geflüchteten in Kombination mit der Berufsanerkennung nutzen. Die Berufsanerkennung vergleicht im Ausland erworbene Berufsqualifikationen mit dem deutschen Referenzberuf und ermöglicht es Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern, das Kenntnisse und Fertigkeiten der geflüchteten Person zuverlässig einzuschätzen. Damit bietet sie Unternehmen die Möglichkeit, geflüchtete Personen qualifikationsadäquat einzusetzen und ihr berufliches Potenzial optimal nutzbar zu machen - aus Geflüchteten werden so anerkannte Fachkräfte.