Unternehmerfrühstück zur beruflichen Anerkennung: »Man lernt immer an den Fragen der Anderen«

25 Gäste kamen am 3. März 2017 auf Einladung der Projekte »BQ-Portal« und »Unternehmen Berufsanerkennung« zum Unternehmerfrühstück »Qualifikationen internationaler Fachkräfte erkennen und nutzen« ins Institut der deutschen Wirtschaft Köln.

»Die Veranstaltung war ein schöner Gewinn für mich, man lernt auch immer an den Fragen der anderen Teilnehmer, gerade dann, wenn wir Menschen aus anderen Kulturen integrieren möchten«, so Holger Gelhausen von der ixini GmbH, der sich neben 24 weiteren Gästen am Morgen des 3. Märzes im Raum Stanford im IW Köln einfand. Dorthin hatten die Projekte »BQ-Portal« (finanziert vom BMWi) und »Unternehmen Berufsanerkennung« (gefördert vom BMBF) geladen, um mit Blick auf den Rhein und im Ambiente eines Co-Labs mit Fachleuten über die betrieblichen Chancen der beruflichen Anerkennung zu diskutieren.

Regina Bernards von der Bernards Akademie und der Interessensgemeinschaft »LerNet« hob vor allem den integrativen Effekt einer Anerkennung für Fachkräfte mit ausländischen Berufsabschlüssen hervor, während Jasna Rezo-Flanze, Leiterin Bildungsberatung bei der IHK Köln, die betrieblichen Vorteile herausstellte: Die berufliche Anerkennung sei ein Instrument um Fachkräfte zu finden, zu binden und zu entwickeln. Bei der Frage, wie Betriebe dieses Instrument konkret nutzen könnten, würden – so Dario Thomas, Leiter des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung der IHK Bonn/Rhein-Sieg – die Kammern umfassende Unterstützung anbieten. Das bestätigte auch Dr. Stephan Harbich, Hauptabteilungsleiter der HWK zu Köln.

In der anschließenden Diskussion wurde schnell klar: Das wichtigste Thema für die Betriebe lautet Fachkräftesicherung. Wo finde ich qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Ausland und wo die Unterstützung bei ihrer Anerkennung und Integration? Denn hat ein Unternehmen endlich eine ausländische Fachkraft gefunden, stellen sich eine Reihe neuer Fragen und Herausforderungen: Fehlen Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten? Wie und wo können diese nachgeschult werden? Und wie lässt sich die hiesige Arbeitskultur vermitteln, zum Beispiel das geltende Verständnis von Pünktlichkeit oder Information und Austausch. Viele Unternehmen werden hier selbst aktiv und investieren in Weiterbildung oder Trainings. Gerade für kleinere Betriebe sind das durchaus nennenswerte Investitionen; rechnet man die Zeit hinzu, die es kostet, passende Angebote zu finden, wird das Engagement schnell zum Nullsummenspiel.

Den Vertreterinnen und Vertreter der Kammern bot die Darstellung der betrieblichen Realität Gelegenheit, auf ihre vielfältigen Angebote für Unternehmen hinzuweisen. Angefangen von den Willkommenslotsen über interkulturelle Trainings über den Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und die Integration Points bis hin zu ganz »handfesten« Beratungs- und Vermittlungsangeboten der Kammern selbst. Dass viele Unternehmen davon keine Kenntnis hatten, überraschte die Kammervertreter nicht. Man sei dabei, die Angebote noch besser zu bündeln und bedarfsgerechtete Informationswege zu finden – ein Vorstoß, der von Unternehmensseite mit Wohlwollen aufgenommen wurde.

Um 11 Uhr endete die Veranstaltung offiziell; die überwiegende Mehrheit der Teilnehmenden blieb bis zum Mittag, tauschte sich aus und knüpfte Kontakte.